
Die Behandlung nach dem Bobath-Konzept basiert ausgehend
von normalen Haltungsreaktionen auf der Hemmung von pathologischen
Reflexen und des abnormen Muskeltonus sowie auf der Bahnung
physiologischer Bewegungsabläufe und Haltungsreaktionen.
Der Erfolg dieses Konzept hängt davon ab, in wie weit diese Therapie in
den gesamten Tagesablauf integriert wird.
Dieses "24 Stunden-Management" für den Patienten wird durch
die enge Abstimmung im interdisziplinären Team, insbesondere mit
dem Pflegepersonal, aber auch durch die Einbindung der Ange-
hörigen
sichergestellt.
In der Behandlung von Patienten mit Lähmungen aufgrund von
Schädigungen des zentralen Nervensystems, insbesondere mit
Querschnittslähmungen, hat sich die von Dr. Vojta entwickelte
Behandlung bewährt.
Dabei werden definierte Ausgangsstellungen eingenommen, der
Therapeut übt gezielte Druckreize aus, um kreuzkoordinierte
Bewegungsmuster auszulösen.
Bei dieser Technik versucht der Physiotherapeut durch taktile
Reize
bzw. Dehnreize bestimmte Bewegungsabläufe anzubahnen,
wobei
physiologische Bewegungsmuster über dynamische Muskelkontraktionen
unter Einbeziehung mehrerer Gelenke erübt werden.
Dadurch kann der Tonus der Muskulatur beeinflusst werden, die
Muskelkraft wird gesteigert, ferner trägt die Methode wesentlich zur
Koordinationsschulung bei.

Die Techniken auf neurophysiologischer
Grundlage werden durch manualthera-
peutische
Behandlungen ergänzt, zur Unterstützung
kommen auch Maßnahmen
der Thermo-, Kryo-
und Elektrotherapie dazu.
Die genannten Therapiekonzepte werden
entsprechend dem Schweregrad der Störung
und der Belastbarkeit des Patienten in
30- oder
60-minütigen Therapieeinheiten,
bei Bedarf
auch mit Co-Therapeuten, durchgeführt.
In der Abteilung Physikalische Therapie werden therapeutische
Maßnahmen durchgeführt, die die gestörten Funktionen des Organismus
durch physikalische Einwirkungen gezielt beeinflussen.
Das Wirkprinzip der physikalischen Therapie ist das Setzen von Reizen,
wobei mechanische, thermische und elektrische Verfahren zum Einsatz
kommen.
Die Hemi-Massage ist ein Therapiekonzept zur Behandlung halbseitengelähmter Patienten mit den Zielen:
Die
manuelle Lymphdrainage
ist eine Therapie zur Ableitung gestauter
Gewebsflüssigkeit. Durch spezielle manuelle Techniken
wird z. B. die bei
halbseitengelähmten Patienten oft bestehende Gewebsschwellung auf der
gelähmten Seite günstig beeinflusst.
Die
klassische Massage
kann je nach Technik und Behandlungs-
intensität
eine tonisierende oder detonisierende Wirkung auf den Muskeltonus
erreichen.
Eine durchblutungsfördernde oder entstauende Wirkung auf
das
Zirkulationssystem, eine Verbesserung der Gewebstrophik,
der
Verschieblichkeit der Gewebsschichten gegeneinander, eine anregende
oder beruhigende Wirkung sowie eine Einwirkung auf
das vegetative
Nervensystem sind weitere Ziele dieser Therapie.
Die
Unterwasserdruckstrahlmassage
wird mit Erfolg zur Linderung bei
hartnäckigen Muskelschmerzen und Muskelverspannungen, z. B. auch
bei degenerativen Wirbelsäulenerkrankungen eingesetzt.
Die
Colonmassage
dient der Regulierung der Tonusverhältnisse im
Bauchraum und der Behandlung der Obstipation.
Wärmebehandlungen, wie Rotlicht und Fangopackungen, wirken auf
Muskelverspannungen und lokale Schmerzzustände ein, verbessern
Stoffwechsel und Durchblutung.
Lokale Kälteanwendungen bei der Kyrotherapie wirken bei kurz-
zeitiger
Anwendung durchblutungsfördernd, tonussenkend, schmerz-
dämpfend,
bei längerer Anwendung (15-30 Minuten) wird ein tief-
reichender Effekt im
Sinne einer Resorptionsförderung bei ödemen erreicht.
Sie werden zur Aktivierung gelähmter
Muskulatur eingesetzt, können bei bestimmten
Stromformen einen erhöhten Muskeltonus
dämpfen oder regulieren eine erniedrigte
Schmerzschwelle.
Elektrotherapeutische Verfahren können auch
beim Stangerbad und Vierzellenbad als hydro-
elektrisches Voll- oder Teilbad zur Behandlung
von Durchblutungsstörungen, chronischen
Schmerzen oder Polyneuro-
pathien eingesetzt
werden.
Wie medizinische Bäder als Voll- oder Teilbäder entfalten über die
Wärmeanwendung hinaus durch medizinische Badezusätze eine
spezifische Medikamentenwirkung.
Kneipp`sche Kaltwasseran-
wendungen wirken generell kreislauf- und
atemanregend, je nach Ausgangslage des vegetativen Nervensystems
beruhigend und schlaffördernd oder erfrischend und muskeltonisierend.

Ein dem Alter und dem Allgemeinzustand angemessenes Training der Kraft und der allgemeinen Mobilität bildet die Hauptaufgabe der Sporttherapie . Die Bewegungsmotivation, die Vermittlung von Freude an der Bewegung und die positive Verstärkung durch die Erfahrungen mit der besseren Leistungsfähigkeit spielen eine große Rolle für den Langzeiterfolg der Rehabilitationsmaßnahme. Ein angemessenes Training des Herz-Kreislauf-Systems stellt aber auch die Grundlage und Voraussetzung für die Teilnahme an aktiven physio- therapeutischen Verfahren auf neurophysiologischer Grundlage dar.

Der Schwerpunkt der Sporttherapie liegt im Bereich
der Gruppentherapie. Spezielle
sporttherapeu-
tische Verfahren
, wie z. B. die Therapie auf
dem Laufband, werden jedoch als Einzeltherapien
durchgeführt.
Die Sporttherapie bezieht pädagogische und
psychologische sowie sozialtherapeutische
Verfahren ein und versucht, eine
über-
dauernde
Gesundheitskompetenz
und ein
gesundheitlich
orientiertes Verhalten
zu erreichen.
Dabei werden Elemente und Methoden aus dem
Bereich des sportlichen Trainings zur planmäßigen
Rehabilitation der Patienten eingesetzt.
Die Förderung von
Körperwahrnehmung,
Koordination, Gleichgewicht, Kraft
und
Ausdauer sowie der allgemeinen Mobilität sind
wichtige Therapieziele der Sporttherapie.
Ebenso wichtig für den Langzeiterfolg der Rehabilitationsmaßnahme
sind die Vermittlung von Freude an der Bewegung, die psychische
Stabilisierung der Patienten und der Kontakt mit anderen Betroffenen
sowie die Kommunikation und Erfahrungsaustausch innerhalb der
sporttherapeutischen Gruppen.
Die Sporttherapie kann somit einen bedeutenden Beitrag zur
Verbesserung der Lebensqualität der Patienten leisten.

Mit dem
Gerätetraining
werden Patienten ohne schwere Muskel-
tonuserhöhung, z.B. auch bei degenerativen Gelenk- und Wirbel-
säulenerkrankungen mit den Therapiezielen der Mobilisation von Muskeln, Gelenken und Wirbel-
säulensegmenten, der Verbesserung der Beweglichkeit sowie der Verbesserung von Muskelkraft behandelt.
Dazu kommt ein Beweglichkeits-, Muskelaufbau-, Automobilisations- und Kraftausdauertraining zur Anwendung.
Rollstuhlgruppe: Hier werden nicht gehfähige Patienten mit den Zielen der allgemeinen Aktivierung, der Vorbereitung des freien Sitzes, der Verbesserung der Koordination und Anbahnung normaler Bewegungen behandelt. Inhalte sind Haltungs-, Sitz-, Koordinations-, und Wahrnehmungsübungen.
Bei der
Wassertherapie
werden nicht gehfähige Patienten mit Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma oder auch Patienten mit Tetra-
paresen und Multipler Sklerose mit dem Ziel der Anbahnung von ökonomischen Bewegungen, Tonusnormalisierung, allgemeiner Aktivierung und psychisch emotionaler Stabilisierung sowie Entspannung von Schmerzlösung behandelt.
Das
Ergometertraining
ist geeignet für Patienten ohne schwere Muskel-
tonuserhöhung und dient insbeson-
dere der Verbesserung der Herz-
Kreislauf-Funktion, der Atemfunktion, der Anregung des Stoffwechsels und der Darmtätigkeit sowie der Muskel-
kräftigung, der Anregung des Stoff-
wechsels und der Darmtätigkeit sowie der Muskelkräftigung, der Ausdauerverbesserung und der Beinvenenthromboseprophylaxe.
Mit dem Ergometer kann auch die Herz-Kreislauf-Belastbarkeit von Patienten, bei denen eine sozialmedizinische Beurteilung notwendig ist, untersucht werden.


Die Laufbandtherapie mit partieller Gewichtsentlastung ist geeignet für Patienten, die mit Hilfe gehfähig sind oder noch nicht gehfähig sind, insbesondere Patienten mit Schlaganfall,
Schädel-Hirn-
Trauma
, Querschnittslähmung sowie MS und Morbus Parkinson.
Ziel dieses wissenschaftlich gut fun-
dierten Verfahrens ist die Wieder-
erlernung der Gehfähigkeit durch üben.
Insgesamt handelt es ich um ein sehr modernes therapeutisches Verfahren mit sehr guten, den Patienten auch sehr motivierenden therapeutischen Effekten.
Mit ähnlicher Zielsetzung wird ein Laufband-
training bei allen gehfähigen Patienten, insbesondere bei Patienten mit peripherer arterieller Verschlusskrankheit und
Gang-
störungen
durchgeführt.
Aufbauend auf die Erkenntnisse der Laufbandtherapie wird mit gleicher Zielgruppe das Gangtraining durchgeführt, ein Verfahren, das geräteunterstützt den Patienten mit partieller Gewichtsentlastung in besonderer Weise eine übungsmöglichkeit zum Wiedererlernen des physiologischen Gangbildes bietet.
