Klinik Jesuitenschlößl - Neurologie - Physiologie
Klinik Jesuitenschlößl - Neurologie - PhysiologieKlinik Jesuitenschlößl - Neurologie - Physiologie
Neurologie - Physiotherapie - Klinik Jesuitenschlößl

In der Klinik Jesuitenschlößl werden folgende physiotherapeutische Verfahren auf neurophysiologischer Grundlage im einzelnen eingesetzt:

Bobath-Methode

Die Behandlung nach dem Bobath-Konzept basiert ausgehend
von normalen Haltungsreaktionen auf der Hemmung von pathologischen Reflexen und des abnormen Muskeltonus sowie auf der Bahnung physiologischer Bewegungsabläufe und Haltungsreaktionen.
Der Erfolg dieses Konzept hängt davon ab, in wie weit diese Therapie in den gesamten Tagesablauf integriert wird.
Dieses "24 Stunden-Management" für den Patienten wird durch
die enge Abstimmung im interdisziplinären Team, insbesondere mit
dem Pflegepersonal, aber auch durch die Einbindung der Ange-
hörigen sichergestellt.

Voita-Therapie

In der Behandlung von Patienten mit Lähmungen aufgrund von Schädigungen des zentralen Nervensystems, insbesondere mit Querschnittslähmungen, hat sich die von Dr. Vojta entwickelte Behandlung bewährt.
Dabei werden definierte Ausgangsstellungen eingenommen, der Therapeut übt gezielte Druckreize aus, um kreuzkoordinierte Bewegungsmuster auszulösen.

Propriozeptive neuromuskulärer Fazilitation (PNF)

Bei dieser Technik versucht der Physiotherapeut durch taktile
Reize bzw. Dehnreize bestimmte Bewegungsabläufe anzubahnen,
wobei physiologische Bewegungsmuster über dynamische Muskelkontraktionen unter Einbeziehung mehrerer Gelenke erübt werden.
Dadurch kann der Tonus der Muskulatur beeinflusst werden, die Muskelkraft wird gesteigert, ferner trägt die Methode wesentlich zur Koordinationsschulung bei.

Das Leistungsspektrum der Abteilung Physiotherapie umfasst ferner:

  • Manuelle Therapie nach Kaltenbrunn:
    Hier handelt es sich um eine Untersuchungs- und Behandlungstechnik für reversible Funktionsstörungen am Bewegungsapparat.
    Mit spezifischen Gelenktests und funktionellen Muskeltests
    kann eine Störung des Gelenkes von einer Störung der Muskelfunktion abgegrenzt werden.
    Bei einer Minderbeweglichkeit wird im Sinne einer Mobilisierung behandelt, bei einer überbeweglichkeit muss dass Gelenk stabilisiert werden
  • Bei Störungen im Bereich der Muskulatur werden Weichteiltechniken (Quer- und Längsdehnung, Friktionen) angewendet
  • Krankengymnastische Einzelbehandlung im Wasser nach McMillan
  • Bewegungstherapie nach Klein-Vogelbach
  • Funktionsbehandlungen nach Brügger
  • Sequenztraining und Stabilisierungstherapie nach Evjenth sowie Muskeldehnungstechniken nach Evjenth
  • E-Technik nach Hanke
  • Gangschulung, u. a. im Therapiegarten
  • Rückenschule
  • Anfertigung individueller Schienen
  • Neurotension
  • Hilfsmittelversorgung, die durch frühzeitigen Kontakt zu Angehörigen, Sanitätshäusern u.a. vorbereitet wird

Abteilung Neurologie - Physiotherapie - Stärkung der Muskulatur
Abteilung Neurologie - Physiotherapie - Bewegungstraining

Die Techniken auf neurophysiologischer Grundlage werden durch manualthera-
peutische Behandlungen ergänzt, zur Unterstützung kommen auch Maßnahmen
der Thermo-, Kryo- und Elektrotherapie dazu.

Die genannten Therapiekonzepte werden
entsprechend dem Schweregrad der Störung
und der Belastbarkeit des Patienten in
30- oder 60-minütigen Therapieeinheiten,
bei Bedarf auch mit Co-Therapeuten, durchgeführt.

Physiotherapie - Physikalische Therapie - Klinik Jesuitenschlößl

In der Abteilung Physikalische Therapie werden therapeutische Maßnahmen durchgeführt, die die gestörten Funktionen des Organismus durch physikalische Einwirkungen gezielt beeinflussen.
Das Wirkprinzip der physikalischen Therapie ist das Setzen von Reizen, wobei mechanische, thermische und elektrische Verfahren zum Einsatz kommen.

Mechanische Verfahren

Die Hemi-Massage ist ein Therapiekonzept zur Behandlung halbseitengelähmter Patienten mit den Zielen:

  • Förderung der Wahrnehmung
  • Anbahnung motorischer Funktionen
  • Reduktion eines gesteigerten Muskeltonus und allgemeinpathologischer Veränderungen
  • Erhaltung der Elastizität von z.B. Bindegewebe, Faszien und Muskeln sowie Förderung von Aufmerksamkeit und Konzentration

Die manuelle Lymphdrainage ist eine Therapie zur Ableitung gestauter Gewebsflüssigkeit. Durch spezielle manuelle Techniken
wird z. B. die bei halbseitengelähmten Patienten oft bestehende Gewebsschwellung auf der gelähmten Seite günstig beeinflusst.

Die klassische Massage kann je nach Technik und Behandlungs-
intensität eine tonisierende oder detonisierende Wirkung auf den Muskeltonus erreichen.
Eine durchblutungsfördernde oder entstauende Wirkung auf
das Zirkulationssystem, eine Verbesserung der Gewebstrophik,
der Verschieblichkeit der Gewebsschichten gegeneinander, eine anregende oder beruhigende Wirkung sowie eine Einwirkung auf
das vegetative Nervensystem sind weitere Ziele dieser Therapie.

Die Unterwasserdruckstrahlmassage wird mit Erfolg zur Linderung bei hartnäckigen Muskelschmerzen und Muskelverspannungen, z. B. auch bei degenerativen Wirbelsäulenerkrankungen eingesetzt.

Die Colonmassage dient der Regulierung der Tonusverhältnisse im Bauchraum und der Behandlung der Obstipation.


Thermische Verfahren

Wärmebehandlungen, wie Rotlicht und Fangopackungen, wirken auf Muskelverspannungen und lokale Schmerzzustände ein, verbessern Stoffwechsel und Durchblutung.

Lokale Kälteanwendungen bei der Kyrotherapie wirken bei kurz-
zeitiger Anwendung durchblutungsfördernd, tonussenkend, schmerz-
dämpfend, bei längerer Anwendung (15-30 Minuten) wird ein tief-
reichender Effekt im Sinne einer Resorptionsförderung bei ödemen erreicht.


Elektrotherapeutische Verfahren

Sie werden zur Aktivierung gelähmter Muskulatur eingesetzt, können bei bestimmten Stromformen einen erhöhten Muskeltonus dämpfen oder regulieren eine erniedrigte Schmerzschwelle.

Elektrotherapeutische Verfahren können auch beim Stangerbad und Vierzellenbad als hydro- elektrisches Voll- oder Teilbad zur Behandlung von Durchblutungsstörungen, chronischen Schmerzen oder Polyneuro-
pathien eingesetzt werden.


Hydrotherapeutische und balneologische Verfahren

Wie medizinische Bäder als Voll- oder Teilbäder entfalten über die Wärmeanwendung hinaus durch medizinische Badezusätze eine spezifische Medikamentenwirkung. Kneipp`sche Kaltwasseran-
wendungen wirken generell kreislauf- und atemanregend, je nach Ausgangslage des vegetativen Nervensystems beruhigend und schlaffördernd oder erfrischend und muskeltonisierend.

Physiotherapie - Sport-und Bewegungstherapie - Klinik Jesuitenschlößl

Ein dem Alter und dem Allgemeinzustand angemessenes Training der Kraft und der allgemeinen Mobilität bildet die Hauptaufgabe der Sporttherapie . Die Bewegungsmotivation, die Vermittlung von Freude an der Bewegung und die positive Verstärkung durch die Erfahrungen mit der besseren Leistungsfähigkeit spielen eine große Rolle für den Langzeiterfolg der Rehabilitationsmaßnahme. Ein angemessenes Training des Herz-Kreislauf-Systems stellt aber auch die Grundlage und Voraussetzung für die Teilnahme an aktiven physio- therapeutischen Verfahren auf neurophysiologischer Grundlage dar.

Der Schwerpunkt der Sporttherapie liegt im Bereich der Gruppentherapie. Spezielle sporttherapeu- tische Verfahren , wie z. B. die Therapie auf dem Laufband, werden jedoch als Einzeltherapien durchgeführt.

Die Sporttherapie bezieht pädagogische und psychologische sowie sozialtherapeutische Verfahren ein und versucht, eine über-
dauernde Gesundheitskompetenz
und ein gesundheitlich orientiertes Verhalten zu erreichen. Dabei werden Elemente und Methoden aus dem Bereich des sportlichen Trainings zur planmäßigen Rehabilitation der Patienten eingesetzt.

Die Förderung von Körperwahrnehmung, Koordination, Gleichgewicht, Kraft und Ausdauer sowie der allgemeinen Mobilität sind wichtige Therapieziele der Sporttherapie.

Ebenso wichtig für den Langzeiterfolg der Rehabilitationsmaßnahme sind die Vermittlung von Freude an der Bewegung, die psychische Stabilisierung der Patienten und der Kontakt mit anderen Betroffenen sowie die Kommunikation und Erfahrungsaustausch innerhalb der sporttherapeutischen Gruppen.

Die Sporttherapie kann somit einen bedeutenden Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität der Patienten leisten.

Physiotherapie - Therapiearten/-Verfahren in der Gruppentherapie - Klinik Jesuitenschlößl

Mit dem Gerätetraining werden Patienten ohne schwere Muskel-
tonuserhöhung, z.B. auch bei degenerativen Gelenk- und Wirbel-
säulenerkrankungen mit den Therapiezielen der Mobilisation von Muskeln, Gelenken und Wirbel-
säulensegmenten, der Verbesserung der Beweglichkeit sowie der Verbesserung von Muskelkraft behandelt.
Dazu kommt ein Beweglichkeits-, Muskelaufbau-, Automobilisations- und Kraftausdauertraining zur Anwendung.


In der Hocker-Gruppe werden je nach Schweregrad nicht gehfähige Patienten und Patienten, die mit Hilfe gehfähig sind, mit den Zielen der allgemeinen Aktivierung, der Schulung des Gleichgewichtes im Sitz, der Verbesserung von Koordination und Feinmotorik, der Tonusnormalisierung und der Verbesserung der Kommunikation und des sozialen Kontaktes mit Haltungs- und Sitzübungen, Koordinations- und Feinmotoriktraining sowie mit einem Wahrnehmungstraining behandelt.
In der Gleichgewichtsgruppe werden Patienten, die ohne Hilfe gehfähig sind, aber noch deutliche oder leichte Gleichgewichts-
probleme haben, mit den Zielen der Verbesserung der Koordination und des Gleichgewichts, der Verbesserung der Feinmotorik und der Wahrnehmung mit einem speziellen Gleichgewichtstraining, Koordinations- und Rhythmustraining, Wahrnehmungstraining, Propriozeptionstraining und Feinmotoriktraining behandelt.
Ziel der Behandlung in der Parkinson-Gruppe ist die Rhythmus-
verbesserung beim Gehen, die Koordinationsverbesserung, die Verbesserung des Gehvermögens, des Antriebs und der Akinese, die Angstbeseitigung, die Kommunikationsverbesserung und die allgemeine Stabilisierung. Dazu wird ein Koordinations-, Rhythmus-, Geh- und Wahrnehmungstraining durchgeführt.
Physiotherapie - Therapiearten/-Verfahren in der Gruppentherapie - Klinik Jesuitenschlößl

Rollstuhlgruppe: Hier werden nicht gehfähige Patienten mit den Zielen der allgemeinen Aktivierung, der Vorbereitung des freien Sitzes, der Verbesserung der Koordination und Anbahnung normaler Bewegungen behandelt. Inhalte sind Haltungs-, Sitz-, Koordinations-, und Wahrnehmungsübungen.


Bei der Wassertherapie werden nicht gehfähige Patienten mit Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma oder auch Patienten mit Tetra-
paresen und Multipler Sklerose mit dem Ziel der Anbahnung von ökonomischen Bewegungen, Tonusnormalisierung, allgemeiner Aktivierung und psychisch emotionaler Stabilisierung sowie Entspannung von Schmerzlösung behandelt.


In der Wassergymnastik werden alle gehfähigen Patienten mit Bewegungs-, Kräftigungs- und Koordinations- sowie Entspannungs-
übungen und verschiedenen Spielformen im Wasser behandelt.


Physiotherapie - Therapiearten/-Verfahren in der Gruppentherapie - Klinik Jesuitenschlößl

Das Ergometertraining ist geeignet für Patienten ohne schwere Muskel-
tonuserhöhung und dient insbeson-
dere der Verbesserung der Herz-
Kreislauf-Funktion, der Atemfunktion, der Anregung des Stoffwechsels und der Darmtätigkeit sowie der Muskel-
kräftigung, der Anregung des Stoff-
wechsels und der Darmtätigkeit sowie der Muskelkräftigung, der Ausdauerverbesserung und der Beinvenenthromboseprophylaxe.
Mit dem Ergometer kann auch die Herz-Kreislauf-Belastbarkeit von Patienten, bei denen eine sozialmedizinische Beurteilung notwendig ist, untersucht werden.


Das Walking ist geeignet für alle Patienten, die ohne Hilfe gehfähig sind zur Verbesserung der Herz-Kreislauf- und Atemfunktion sowie der allgemeinen Stoffwechselanregung, der Steigerung der Leistungsfähigkeit, der Muskelkräftigung und der Kontrakturpro-
phylaxe. Das Walking wird als therapeutisches Wandern im Freigelände durchgeführt.
Das Intensiv-Gehtraining ist geeignet für gehfähige Patienten mit Geh- und Antriebsstörungen, auch mit phobischer Komponente. Ziel ist die Aktivierung und Motivation der Patientin zum Gehen ohne Hilfsmittel.
Das Therapieprinzip ist ein Gehtraining im Freien ohne die Möglichkeit des Festhaltens, was im Therapiegarten der Klinik durchgeführt wird.
Die Rückenschule ist geeignet für alle gehfähigen Patienten mit Bandscheiben- und Wirbelsäulenerkrankungen. Dabei werden dem Patienten rückenfreundliche Alltagsbewegungen demonstriert, die Patienten werden angeleitet, das Erlernte in den Alltag zu über-
nehmen. Weiterhin werden Kräftigungsübungen, Dehnungsübungen, Stabilisations- und Mobilisationsübungen sowie ein allgemeines Haltungstraining durchgeführt.

Physiotherapie - Therapiearten/-Verfahren in der Einzeltherapie - Klinik Jesuitenschlößl

Die Laufbandtherapie mit partieller Gewichtsentlastung ist geeignet für Patienten, die mit Hilfe gehfähig sind oder noch nicht gehfähig sind, insbesondere Patienten mit Schlaganfall, Schädel-Hirn-
Trauma
, Querschnittslähmung sowie MS und Morbus Parkinson.

Ziel dieses wissenschaftlich gut fun-
dierten Verfahrens ist die Wieder-
erlernung der Gehfähigkeit durch üben.


Insgesamt handelt es ich um ein sehr modernes therapeutisches Verfahren mit sehr guten, den Patienten auch sehr motivierenden therapeutischen Effekten.

Mit ähnlicher Zielsetzung wird ein Laufband-
training bei allen gehfähigen Patienten, insbesondere bei Patienten mit peripherer arterieller Verschlusskrankheit und Gang-
störungen
durchgeführt.

Aufbauend auf die Erkenntnisse der Laufbandtherapie wird mit gleicher Zielgruppe das Gangtraining durchgeführt, ein Verfahren, das geräteunterstützt den Patienten mit partieller Gewichtsentlastung in besonderer Weise eine übungsmöglichkeit zum Wiedererlernen des physiologischen Gangbildes bietet.